Das Zinssystem Gero Jenner 11.11.2011 Eine Reform des geltenden Zinssystems wäre ein wichtiger Schritt in Richtung größerer sozialer Gerechtigkeit, aber das eigentliche Problem liegt woanders
Reflexionen über das Geld rücken entweder zu Bestsellern auf oder sie sprechen nur einen kleinen Kreis von Menschen mit idealistischen bis hin zu esoterischen Neigungen an. Titel von der Art "Wie werde ich Millionär" oder "Der Weg zur finanziellen Freiheit" fallen in die erste Kategorie. Sie zählen auf die Raff- und Geldgier großer und kleiner Leute. Vor allem auf die Leichtgläubigkeit bei den letzteren wird hier spekuliert. Denn wer Gier mit Intelligenz verbindet, lässt sich gleich von Hedgefonds anstellen oder wird Analyst in einer großen Investmentbank. Dort findet sich eine geistig erlesene, aber moralisch skrupellose Elite von Mathematikern und Logikern zusammen, die ihr zerebrales Können in den Dienst der sozialen Zerstörung stellen. Diese Leute kommen ohne die populären Ratgeber aus, womit geschickte Verführer die Gier kleiner Leute anstacheln. Sie selbst sind die eigentlichen Profis: die Hohenpriester der Gier.
Ihnen steht eine Handvoll Idealisten gegenüber, die letzten Schüler Humboldts und seiner Forderung, allein der Suche nach Wahrheit zu folgen. Während Banker und Analysten mit Geld gleichsam verheiratet sind, leben die meisten Geld- und Zinstheoretiker in priesterlicher Enthaltsamkeit, man kann auch sagen im Zölibat. Es genügt ihnen, wenn sie dem verhassten Dämon in die Seele blicken - und dort stoßen sie dann ganz von selbst auf das Zinssystem.
Schon das Alte Testament weiß um die Gefahr der Zinsen. Es verbietet diese daher gegenüber den Volksgenossen, lässt sie dagegen im Umgang mit Ausländern zu (5. Mose 23, 20). Auch Aristoteles kann am Zinsnehmen nichts Gutes finden. "Der Zins aber ist Geld von Geld, so dass von allen Erwerbszweigen dieser der naturwidrigste ist." Die Kirche hat die Zinsnahme bis ins 13. Jahrhundert mit aller Entschiedenheit als amoralisch verdammt. Doch schon Thomas von Aquin lässt Ausnahmen zu, und von da an wird der Protest vonseiten der Kirche allmählich schwächer, bis er im 19. Jahrhundert kaum mehr zu hören ist. Dennoch entsprach und entspricht es bis heute dem vorherrschenden Gerechtigkeitssinn, nur die Belohnung für eigene Arbeit wirklich für legitim zu halten. Zinsen haftet der Ruch des Amoralischen an. Nicht erst in unserer Zeit sind leistungsloser Profit und Zinssystem zu Synonymen geworden.
Das Zinssystem
"Finanzmärkte regulieren und Einkommen gerecht verteilen" – unter diesem Titel haben mehr als 50 Wissenschaftler verschiedener Disziplinen am heutigen Mittwoch eine gemeinsame Stellungnahme zur Finanz- und Eurokrise veröffentlicht. In dem Text kritisieren sie die aktuelle Krisenpolitik scharf und fordern die Bürger dazu auf, die Occupy-Bewegung aktiv zu unterstützen.
"Die Krisenpolitik der EU ist eine politische Bankrott-Erklärung. Es handelt sich um eine destruktive Rezessionspolitik, die zum Scheitern verurteilt ist. Diese Politik verschärft die Krise nur weiter und löst zudem eine tiefe soziale und demokratische Krise aus", sagte Andreas Fisahn, Professor für Öffentliches Recht an der Universität Bielefeld. Stattdessen notwendig wäre nach Ansicht der Wissenschaftler als erster Schritt die Entmachtung der Finanzindustrie. Dazu Christoph Butterwegge, Professor für Politikwissenschaft an der Universität zu Köln: "Wer diese Krise ernsthaft bekämpfen will, muss das Problem an den Wurzeln anpacken. Das bedeutet unter anderem, die Finanzmärkte streng zu regulieren sowie Einkommen und Vermögen von oben nach unten umzuverteilen." Beispiele für notwendige konkrete Maßnahmen seien Kapitalverkehrskontrollen und eine Wiedererhebung der Vermögenssteuer.
50 Wissenschaftler kritisieren Krisenpolitik
On October 15th people from all over the world will take to the streets and squares.
From America to Asia, from Africa to Europe, people are rising up to claim their rights and demand a true democracy. Now it is time for all of us to join in a global non violent protest.
The ruling powers work for the benefit of just a few, ignoring the will of the vast majority and the human and environmental price we all have to pay. This intolerable situation must end.
United in one voice, we will let politicians, and the financial elites they serve, know it is up to us, the people, to decide our future. We are not goods in the hands of politicians and bankers who do not represent us.
On October 15th, we will meet on the streets to initiate the global change we want. We will peacefully demonstrate, talk and organize until we make it happen.
It’s time for us to unite. It’s time for them to listen.
http://www.Wahrheitsbewegung.net - Ein außerordentlich interessanter Dokumentarfilm von "Bill Still", der sowohl auf historische Aspekte verschiedener Nationen zur Unabhängigkeit und dem Geldwesen eingeht. Außerdem wird darauf aufbauend die Symboliken aus dem Klassiker "Der Zauberer von Oz" interpretiert.
Die Weltwirtschaft ist dazu verdammt sich wie eine Spirale abwärts zu drehen bis wir 2 Dinge unternehmen:
1. Verbot der staatlichen Kreditaufnahme. 2. Verbot der Kreditvergabe aufbauend auf einem Fraktionalen Reservesystem.
Die Banken sollten nur Geld leihen, was tatsächlich vorhanden ist und Nationen haben nicht einer "Staatsschuld" nachzulaufen. Denke daran: Es ist nicht derjenige, der das Geld aufbewahrt, sondern der der die Geldmenge bestimmt.
80 Jahre Bankenkrise 1931: Großbanken gerettet, Demokratie verloren Gabriele Hooffacker 19.09.2011 Die eigentlichen Gewinner der Bankenkrise 1931 waren in ökonomischer Hinsicht die Großbanken, in politischer Hinsicht die Nationalsozialisten. Dabei machten die Verantwortlichen alles richtig, oder?
Der 19. September wird als Rettungstag aus der Deutschen Bankenkrise 1931 gefeiert. Er markiert den vorläufigen Endpunkt der großen deutschen Finanzkrise, die das Land den gesamten Sommer 1931 in Atem gehalten hatte. Die Menschen hatten die Bankschalter regelrecht gestürmt. Die Regierung Brüning führte "Bankfeiertage" ein, an denen die Banken gleich ganz geschlossen blieben und der Zahlungsverkehr ruhte. Erst im September 1931 wurde der normale Börsenbetrieb wieder aufgenommen.
Beschlossen auf der Gründungsversammlung am 10. September 2006 in Berlin. Das Kapitel "Bildung" wurde auf dem Bundesparteitag 2009 am 5.7.2009 in Hamburg hinzugefügt, die Punkte "Mehr Demokratie wagen" und "Freie demokratisch kontrollierte technische Infrastruktur" (inkl. Unterpunkten) wurden am 16.5.2010 in Bingen hinzugefügt, dort wurde ebenfalls der Punkt "Gleichstellung von Software" aus dem Parteiprogramm gestrichen. Eingearbeitet wurden die Beschlüsse des 2. Bundesparteitags im Jahr 2010 vom 20. / 21. November 2010 in Chemnitz.
Bürgerliche Werte „Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat" Im bürgerlichen Lager werden die Zweifel immer größer, ob man richtig gelegen hat, ein ganzes Leben lang. Gerade zeigt sich in Echtzeit, dass die Annahmen der größten Gegner zuzutreffen scheinen.
Von Frank Schirrmacher
15. August 2011
Ein Jahrzehnt enthemmter Finanzmarktökonomie entpuppt sich als das erfolgreichste Resozialisierungsprogramm linker Gesellschaftskritik. So abgewirtschaftet sie schien, sie ist nicht nur wieder da, sie wird auch gebraucht. Die Krise der sogenannten bürgerlichen Politik, einer Politik, die das Wort Bürgertum so gekidnappt hat wie einst der Kommunismus den Proletarier, entwickelt sich zur Selbstbewusstseinskrise des politischen Konservatismus.
Realpolitik und Pragmatismus verdecken die gähnende Leere, und die Entschuldigung, Fehler machten ja auch die anderen, ist das Pfeifen im Walde. Aber es geht heute nicht allein um falsches oder richtiges politisches Handeln. Es geht darum, dass die Praxis dieser Politik wie in einem Echtzeitexperiment nicht nur belegt, dass die gegenwärtige „bürgerliche" Politik falsch ist, sondern, viel erstaunlicher, dass die Annahmen ihrer größten Gegner richtig sind.
Finanzkrise Warum die Ökonomen die Welt nicht verstehen Kommentar Die Mehrheit macht Staatsschulden und Inflationsängste für die Krise verantwortlich. Weit gefehlt! Ursache sind zu niedrige Löhne und zu wenig privater Konsum. von Heiner Flassbeck Heiner Flassbeck ist Chefökonom der Uno-Handelskonferenz Unctad in Genf. In diesen Tagen der Angst an den Börsen kann man es wieder im Detail verfolgen: das Phänomen, dass die Mehrheit der Ökonomen die Welt überhaupt nicht mehr versteht. Statt für Aufklärung zu sorgen, verstärken sie lediglich die allgemeine Kakofonie dramatisch und verunsichern die ökonomischen Laien, die üblicherweise als Wirtschaftspolitiker agieren, noch mehr. Warum gibt es schon wieder einen Crash an den Aktien- und Rohstoffmärkten, so kurz nach der Jahrhundertkrise des Jahres 2008? Offensichtlich, weil die Weltwirtschaft zu stagnieren oder einzubrechen droht. Aber warum? Hatten nicht fast alle "Experten" erwartet, dass nach der Krise ein langer Aufschwung in Gang kommt, der für solide Gewinne und Einkommenszuwächse über steigende Beschäftigung sorgt? Warum kommt trotz der damals groß geschnittenen Anregungsprogramme und einer historisch einmalig expansiven Geldpolitik kein sich selbst tragender Aufschwung in Gang?
Die US-Hochfinanz treibt die Welt systematisch in die Zinsknechtschaft Eine neue Form des Imperialismus
von Prof. Dr. Eberhard Hamer
Manches, was an der Euro-Krise und der Weltfinanzkrise widersinnig erscheint, könnte dennoch strategisch sinn- und planvoll sein: Warum mussten die US-Bürger die Staatshaftung für die schiefgelaufenen Spekulationen der Hochfinanz-Banken übernehmen? Und warum mussten auch die EU-Staaten die Haftung für die Verluste der internationalen Zockerbanken übernehmen? Und warum hat die der Hochfinanz gehörende FED (Federal Reserve Bank) den Zinssatz für ihre Eigentümerbanken auf null gesetzt? Warum haben die internationalen Zockerbanken den Ländern mehr Kredite aufge-drückt, als diese bei normalem Zins bedienen, geschweige denn zurückzahlen könnten? Und warum haben die in die Politik gewechselten Bankster-Kollegen Sarkozy, Trichet, Strauss-Kahn und Obama die Regierungen der soliden Euro-Länder gezwungen, als Gesamtschuldner für die Schulden der überschuldeten Staaten mit einzutreten und die EU gegen alle Satzungen und Verträge zur Transferunion umzudrehen? Und warum musste die EZB (Europäische Zentralbank) entgegen ihrer Satzung mehr faule Kredite der Zockerbanken für verschuldete Staaten (Griechenland, Portugal) übernehmen, als sie Eigenkapital hat? Und warum dürfen die internationalen Banken, welche die faulen Kredite an die Pleitestaaten vergeben haben, nicht an der Haftung für diese Kredite beteiligt werden? Warum darf nach privatisierten Supergewinnen an den faulen Finanzprodukten nur noch über sozialisierte Haftung und Rückzahlung diskutiert werden? Und warum weigern sich die Weltfinanzindustrie und die ihr untertänigen Regierungen so beharrlich, längst vorhandene Zahlungsunfähigkeit von Schuldnerländern (Griechenland, Portugal, Irland u.a.) zuzugeben? Und warum dürfen die überschuldeten Pleiteländer wie Griechenland oder Portugal keinen Staatsbankrott erklären und sich darüber wieder sanieren?